Wenn Schokoeier einen Mixer antreiben…

…oder auch die Physik Besuch aus dem Kinderhaus Sonnenschein bekommt…

Wo ist der Strom? Was kann der Strom? Was ist der Strom? Diese Fragen beschäftigen schon eine Weile einige Kindergartenkinder unseres Nachbarn Haus Sonnenschein. Im Rahmen des Projektes Umwelt beschäftigen sich die Mädels und Buben der Elefantengruppe auch mit dem Thema Energie und wurden im Laufe der Zeit zu kleinen Pionieren in Sachen Strom. Der aufmerksame Leser fragt sich an dieser Stelle: Was hat das mit unserer Realschule zu tun? Ganz einfach. Nachdem die 4-6-Jährigen Licht, Waschmaschine und Radio inspiziert hatten, rausgefunden hatten, dass Elektrizität viel alltägliche Arbeit verrichtet und sämtliche Maschinen, groß und klein antreibt, sollte der Stromfluss auf frischer Tat ertappt werden. Doch- selbst ein Blick unter die Isolation eines Kabels konnte das Phänomen den interessierten Jungstern nicht erklären oder ersichtlich machen. Also machte man sich auf, nämlich dahin, wo die physikalische Welt den Kindern eigentlich ein wenig später dargestellt wird, in die Physikräume der Realschule zu Frau Schlecht. Diese freute sich sehr über das große Interesse der Kinder und empfing diese an zwei Schulvormittagen in den Physikräumen, um dem Strom mit den Kindern auf die Schliche zu kommen. Nachdem durch den Vergleich des Sahne Schlagens mit dem Mixer im Gegensatz zu einem Handrührgerät schnell klar war, dass eine Maschine viel mehr Kraft besitzt als ein Mensch, sollte herausgefunden werden, warum. Schnell war man sich einig, die Maschine hat diese Kraft, weil sie Strom bekommt. Strom hat Kraft. Dieser, so wussten die Kinder um Frau Huttner und Frau Demir bereits, kommt durch das Kabel aus der Steckdose. In diesem Kabel ist kaltes Metall, durch welches der Strom fließt. Das Metall sieht, wenn man mit einem Mikroskop ganz genau hinschauen kann, aus wie ein Molekülgebilde. Frau Schlecht zeigte den Kindern, dass kleine Stromteile durch diese Moleküle hindurchpassen. Schnell war den Kindern daher natürlich klar, dass, wenn Strom fließt, Metall, zum Beispiel in Form von Ketten am Körper, gefährlich sein kann. Auch das Metall im Kabel ist gefährlich, wenn es an der Steckdose angeschlossen ist, daher ist die wärmere Schutzschicht, das Gummi drum herum. Strom ist nämlich gefährlich! Dass Energie außerdem in einem Kreislauf von der Steckdose zum Gerät gelangt und wieder zurück zur Steckdose fließt, war für alle dann absolut verständlich, als jeder selber zum Stromtransporter werden durfte und Stromteilchen in Form von kleinen Schokoeiern von der Steckdose – Frau Schlecht – im Kreis laufend zum Mixer – Erzieherin mit Handrührgerät – transportieren durfte. Je schneller die Stromteile ankamen, desto schneller wurde die Sahne gemixt, je mehr Eier ankamen natürlich auch. Überholen durfte im Stromverkehr keiner. Als der Strom, der nämlich aus einem Kraftwerk in die Steckdose kommt dann auch durch Blitze in einem Experiment sichtbar wurde, war den großen kleinen Strompionieren dann alles klar!

Nicht nur die Kinder, auch die beteiligten Erwachsen waren glücklich darüber, diese eher exotische Kooperation von ganz Klein zu Groß gewagt zu haben in der Hoffnung, Skepsis gegenüber den naturwissenschaftlichen Themengebieten abzubauen, indem man sich dem frühen kindlichen Interesse und ihrer natürlichen, jedoch sehr intelligenten Art, sich die Welt zu erklären öffnet. Ein Danke an die Initiative von Frau Schlecht und den Erzieherinnen des Kinderhauses.