Klara vertritt Wertingen im Lese-Kreisentscheid

Die Wertinger Schulen schickten ihre Sieger zum Stadtentscheid in die Mittelschule. Welche Bücher sie ausgesucht hatten und was am Ende offen blieb

von Brigitte Bunk (WZ)

Klara Amann von der Anton-Rauch-Realschule-Wertigen wird Wertingen beim Kreisentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs vertreten. Sie ist Siegerin des Stadtentscheids, der am gestrigen Dienstag in der Mittelschule stattfand. Und obwohl das Ergebnis am Ende schnell feststand, war der Ausgang bis kurz vor Schluss vollkommen offen. Nicht nur, weil sich die Jury vor der Beratung nicht in die Karten blicken ließ, sondern weil die Schüler sowohl bei den selbst ausgewählten Büchern, als auch beim fremden Text zeigten, dass sie es durchaus verdient haben, ihre Schule zu vertreten.

Jeweils drei Minuten hatten Sara, Manuel, Emilio und Klara Zeit, die Zuhörer mit in ihre Geschichte zu nehmen. Gemäß dem Zitat von Aldous Huxley, das Stephan Poss, Schulleiter der Mittelschule, mitbrachte: „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.“ Die Phantasiewelten, die die zwei Mädchen und Buben entstehen ließen, waren ebenso unterschiedlich wie die Vorträge der Schüler.

Als erste erweckte Sara Bernhard von der Montessori-Schule die Figuren aus „Silber – Das dritte Buch der Träume“ von Kerstin Gier zum Leben. Sie überzeugte durch ihr flüssiges Lesen und die lebendige Interpretation. Dabei schaute sie immer wieder die Zuhörer an und fand dank ihres Lesezeichens spielend die passende Stelle wieder.

Bürgermeister Willy Lehmeier war beeindruckt

Gekonnt präsentierte Manuel Wagner, Sieger der Mittelschule, das Buch „Der verflixte Wahrheitszauber“ von Bruce Coville. Emilio Ipfling vom Wertinger Gymnasium liebt das Buch „Der Hobbit“ von J. R. R. Tolkien. Dabei imitierte er die kleinen Wesen aus „Herr der Ringe“, was besonders Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeierbeeindruckte. Als vierte war Klara Amann mit „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ von Sabine Ludwig an der Reihe. Auch sie überzeugte mit ihrer lebendigen Interpretation die bunt gemischte Jury. Da waren die begleitenden Lehrer: Ursula Nahme vom Gymnasium, Stephan Buchfink von der Montessori Schule, Birgit Bajza von der Anton-Rauch-Realschule und als Gastgeber Schulleiter Stephan Poss und Marie-Luise Zellmer, die die Stadtausscheidung des Lesewettbewerbs organisierte. Dann waren da noch die Gäste, die bis zuletzt nicht wussten, von welcher Schule welcher Vorleser kam: Franz Gerblinger von der gleichnamigen Wertinger Buchhandlung, der auch die Sachpreise für die Schüler spendierte, Sandra Wolf von der Firma Creaton, die mit der Wertinger Mittelschule eine Schulpartnerschaft pflegt, Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier und die freiberufliche Journalistin Brigitte Bunk.

Und die waren nun gespannt, wie sich die Schüler beim zweiten Teil des Wettbewerbs, dem ihnen fremden Text, schlagen würden. Hierfür hatte Organisatorin Marie-Luise Zellmer das Jugendbuch „GIPS – Oder wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ von Anna Wolz ausgesucht. Sie las die erste Passage selbst vor, die Schüler machten weiter. Bürgermeister Lehmeier zog das Fazit: „Es ist ein Genuss, jungen Menschen beim Lesen zuzuhören.“ Schnell war die Entscheidung gefallen, auch wenn Bürgermeister Lehmeier bei der Preisverleihung betonte: „Ihr habt alle sowohl den mitgebrachten als auch den fremden Text hervorragend gelesen.“ Am meisten aber fesselte Klara die Zuhörer und gewann verdient. Was außerdem feststeht: Nächstes Jahr findet der Stadtentscheid am Gymnasium statt. Nur eines blieb offen bei diesem Entscheid. Wer von den Vorlesern und Juroren den Schluss der Geschichte wissen will, außer Marie-Luise Zellmer natürlich, muss sich wohl das Buch selbst holen und lesen.

 

Quelle: Wertingen Zeitung, 15.01.2019