Antarktis

Far away in Antarctica – Let´s go

„Unterricht der etwas anderen Art“ erlebten die Schülerinnen der Klasse 5b bei der diesjährigen Schulhausübernachtung – als „Eiswürferl“ wurde ihnen der Lebensraum Südpolarzone auf eindrucksvolle Art und Weise „live vor Ort“ nähergebracht.  Auf die ungewöhnliche Idee kam dabei der Gottmanshofener Ingenieur Markus Eser, der derzeit beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven angestellt ist und für 15 Monate mit dafür Sorge trägt, dass der alltägliche Forschungsbetrieb auf der Neumayer-Station III in der Antarktis aufrechterhalten bleibt. Die Forschungsstation liegt über 13 300 km von Wertingen entfernt, was aber im heutigen Zeitalter der digitalen Kommunikation nichts mehr zu bedeuten hat.

Gespannt blickten die Schülerinnen zusammen mit den Erdkundelehrern Manfred Hirschenauer und Caroline Jung am Freitag um 21 Uhr unserer Zeit (19 Uhr in der Antarktis) im Forum der Wertinger Realschule auf die Leinwand,  ob denn auch der angekündigte Skype-Videoanruf von Neumayer III kommen würde. Das Antarktis-Team hielt Wort und pünktlich zur vereinbarten Zeit läutete das Telefon. Am anderen Ende der Strippe stellte sich nach kurzer Begrüßung das fünfköpfige Antarktis-Team bestehend aus der  Ärztin Petra, der Meteorologin Elke, dem Geophysiker Andi, dem Kommunikationstechniker Jens sowie Markus Eser vor und beantwortete anschließend hochkompetent eine Stunde lang die bereits vorab im Unterricht von den Schülerinnen vorbereiteten Fragen.

Neben Fragen zur Tier- und Pflanzenwelt interessierte die Schülerinnen dabei vor allem auch der Lebensalltag des Antarktis-Überwinterungsteams. Was isst man in der Antarktis? Gibt es auch einen Friseur in der Antarktis? Was passiert wenn die Ärztin krank wird? …  Auch die Dicke des Eises sowie Kälterekorde, Polarnacht und Polartag, Fortbewegungsmittel, Bekleidung  etc. tauchten im Fragenkatalog auf und wurden unter der Moderation von Markus Eser an die jeweiligen Spezialisten weitergegeben, die dann bereitwillig Rede und Antwort standen.

Unter gellendem Applaus verabschiedeten sich die Schülerinnen nach einer Stunde intensivsten Informationsaustausches über 13 300 km Entfernung vom Überwinterungsteam.

Fazit einer mehr als gelungenen Veranstaltung:

Auch so manche als auf den ersten Blick verrückt abgetane Idee, ist nicht immer zum Scheitern verurteilt. Man muss die Idee nur mit Leben erfüllen. Neuestes Projekt ist übrigens eine Live-Skype-Schaltung in den tropischen Regenwald zu Urwaldriesen, Anacondas und Orchideen … nach dem Bayerischen Lehrplan Unterrichtsstoff in der 7. Jahrgangsstufe zum Themenschwerpunkt „Schwarzafrika“.

Die Klasse 5b sowie die beiden Erdkundelehrer bedanken sich im Namen der Anton-Rauch-Realschule Wertingen beim Antarktisüberwinterungsteam, allen voran Markus Eser, sowie dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven für die interessanten Einblicke in einen spannenden und faszinierenden Lebensraum, der aufgrund der großen Entfernung oftmals nur im „erweiterten Fokus“ von uns Europäern steht.

Manfred Hirschenauer, Caroline Jung