Eine historisch-geographische Stadtexkursion nach Augsburg

Einmal ein echter Geograph sein – ein Traum eines jeden Neuntklässlers.

Ausgestattet mit einem Stadtplan ging es für die 9B und 9E der Anton-Rauch-Realschule Wertingen, begleitet von Frau Gut, Frau Lutzmann und Frau Kellner, am Donnerstag bzw. Freitag auf eine geographisch-historische Exkursion nach Augsburg. Angeleitet von Herrn Michl, Dozent der Universität Augsburg, wurden die Zusammenhänge von Urbanisierung, Suburbanisierung und Reurbanisierung anhand aktueller stadtplanerischer Fragestellungen erläutert.

Warum werden zum Beispiel auf das ehemalige Hasenbräu-Gelände Wohnungen gebaut? Die Antwort ist simpel: Die Stadt braucht für ihre Einwohner Wohnraum im Zentrum Augsburgs. Bertolt Brecht habe zwar einmal behauptet, das Beste an Augsburg sei der Zug nach München, aber mittlerweile sehen es viele andersherum – die gute Anbindung an München ermöglicht den Augsburgern, das dortige Arbeitsplatzangebot zu nutzen, im Anschluss jedoch wieder nach Augsburg zurückzukehren. Die Pendler schätzen dabei besonders ein lebenswertes und überschaubares Umfeld mit hohem Freizeitwert und im Vergleich zu München niedrigeren Lebenshaltungskosten.

Auch geschichtliche Aspekte, wie zum Beispiel die Frage nach der Funktion der vielen Kanäle in Augsburg, wurden geklärt. Die Kanäle hatten einst eine wichtige Aufgabe, sie waren für die Reinigung der Innenstadt zuständig. So ist beispielsweise die Stadtmetzg, das bis 1930 von Metzgern genutzte Gebäude, direkt über dem Vorderen Lech in der Altstadt errichtet. Der Kanal diente dabei zur Kühlung des Gebäudes und zur Abfuhr des Abwassers und der Schlachtabfälle in den nahegelegenen Lech.

Gegen Ende der Exkursion durften die Schüler Grundlagen der Stadtplanung selbst anwenden. Hierzu gehört die Kartierung einer Stadt. Sie ist eine wichtige Maßnahme zur Klärung des Ist-Zustands wirtschaftlicher Strukturen und dient als Grundlage für die zukünftige Stadtentwicklung.

Julia Kellner