Ein Vater als Zeitzeuge

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts der 10. Klasse werden die deutsche Teilung und die jeweilige Entwicklung in der BRD und DDR in einer Vielzahl von Unterrichtsstunden unter die Lupe genommen. Dies brachte die Schülerin Tanja Todte, 10d, auf die Idee, ein Referat über die FDJ (Freie Deutsche Jugend), die Jugendorganisation der DDR, zu halten. Nicht ohne Grund. Ihre Eltern sind in der DDR aufgewachsen und waren, fast automatisch, Mitglied in der FDJ.

Tanja erklärte zunächst ihren Mitschülern die Entstehung und Entwicklung der FDJ und im Anschluss beschrieb ihr Vater seine eigene Sicht der Dinge in einem Interview. Dabei betonte er zu Beginn, dass er sich als „Zeitzeuge“ sehr komisch vorkomme, da er sich noch nicht so alt fühle und dennoch in einem Staat aufgewachsen sei, den es ja schon über 20 Jahre lang nicht mehr gibt. Herr Todte schilderte detailliert, anschaulich und interessant seine Erlebnisse auf dem Pfingstfest, bei dem er als Musiker tätig war, den Fahnen-Appell in der Schule und die Organisation der FDJ, unter anderem mit den FDJ-Häusern, die es in nahezu jeder Stadt gab. Im Fokus der Jugendarbeit standen damals der Zusammenhalt und die Zugehörigkeit, die zum Beispiel mit dem Tragen des FDJ-Hemdes gezeigt wurde. Ziel der Organisation war es, vor allem den Blickwinkel der Jugend nach Westeuropa einzuschränken. Die Schüler der 10d hatten im Anschluss noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sollten sich allgemein äußern, ob sie sich eine solche Art der Freizeitgestaltung heute überhaupt noch vorstellen könnten.

Ein herzlicher Dank geht an Herrn Todte, einen wahren Zeitzeugen!

Eva-Maria Fels